Offensichtlich will Frankfurt für die Kultur nicht mehr die besten Köpfe in die Stadt holen. Diesen Eindruck hat
OB-Kandidatin Dr. Bernadette Weyland nach der Ankündigung von Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig gewonnen, die Leitung des Museums für Moderne Kunst nicht öffentlich auszuschreiben. „Damit vertut Frankfurt eine gute Gelegenheit, um für Susanne Gaensheimer eine angemessene Nachfolge zu finden“, sagte Weyland am Freitag. Zuvor hatte die Stadträtin im Ausschuss kundgetan, diese Stelle nicht wieder öffentlich auszuschreiben.

„Das ist ein Schlag vor den Kopf vieler Freunde der modernen Kunst in Frankfurt“, betonte Weyland. Schließlich habe man doch mit der Entscheidung für Gaensheimer, die Museumsmacherin von München nach Frankfurt zu holen, „beste Erfahrungen gemacht“, setzte die Bewerberin hinzu.
Gaensheimer hatte sich auf eine öffentliche Ausschreibung in Frankfurt beworben und hatte damals noch nicht ihren späteren Bekanntheitsgrad. In dem Bewerbungsverfahren setzte sie sich gegen zahlreiche Mitbewerber durch. „Insofern hat sich doch die Suche mit dem Verfahren der Ausschreibung bewährt“, sagte Weyland. Warum sich die Stadt nun davon verabschieden wolle, könne niemand nachvollziehen.

Die Leiterin des MMK hat die beiden Dependancen des Museums möglich gemacht und den Ruf der Kunst-Stadt Frankfurt am Main international ausgebaut. „Gaensheimers Schaffen wirkte bis nach Venedig“, sagte Weyland über die Spuren der Museumsmacherin auf der Biennale, dem wohl wichtigsten Kunst-Forum Europas.

„Jede öffentliche Einrichtung braucht grundsätzlich eine öffentliche Ausschreibung“, sagte Weyland. Allein auf diesem Wege ließen sich die besten Kandidaten finden und gleichzeitig die Gefahr des Mauschelns ausschließen, hob Weyland hervor. Öffentliche Ausschreibungen böten für die Bewerber Chancengleichheit und Chancengerechtigkeit.