Bernadette Weyland hat die SPD mit ihrem Planungsdezernenten Mike Josef vor einer „städtebaulichen Bankrott-Erklärung“ und einer „kommunalpolitischen Rückwärtswendung“ in die 70er Jahre gewarnt. „Entschlossen“ müsse der Stadtrat den vereinbarten Bau einer Schule in der Nähe des Palmengartens angehen, anstelle dessen verliere er sich allerdings in der Präsentation eines neuen Wohngebiets im Nordwesten und mache Werbung für den Wohnungsbau am Stadtrand. „Von innovativen Impulsen kann keine Rede sein“, hob Weyland hervor.

Über Jahre hinweg hätten Stadt und Land darüber gesprochen, das Gelände nahe des Palmengartens in der Innenstadt zu nutzen. Einig sei man sich darüber gewesen, an dieser Stelle ein Studentenmohnheim zu errichten. Das sei zugleich im Interesse der Goethe-Uni gewesen. „Ohne Not stellt die Stadt jetzt diese Vereinbarung in Frage“, sagte Bernadette Weyland. Damit zögere sich die Errichtung studentischer Wohnungen und auch die verabredete Schaffung einer neuen Schule, auf die viele Eltern sehnlichst warten. Die jetzt bereits auf dem Gelände bestehenden Gebäude ließen sich ertüchtigen, so dass „eine Schule machbar“ wäre. Es gehe allein um eine zügige Umnutzung.

Offensichtlich falle die SPD jedoch in frühere Zeiten zurück, in denen sie den Bau von sozialem Wohnraum am Stadtrand favorisiert habe. Die Nachwirkungen seien für viele Bewohner der Nordweststadt in Frankfurt und am Standrand von Schwalbach heute noch zu spüren. Die Taunusgemeinde habe bereits in früheren Jahren leidvolle Erfahrungen gesammelt, als die Sozialdemokraten vor allem die Quantität des Wohnungsbaus favorisierten, ohne nach Qualitäten wie der sozialen Mischung zu fragen.

Schon jetzt sei klar, dass die Nachbarn Frankfurts in der Region überaus verärgert seien. Zumal über die Kosten für einen Lärmschutz an der Autobahn, die mitten durch das Neubaugebiet laufen solle, bislang niemand gesprochen habe.
In dieser Lage sollte man sich zunächst den naheliegenden Projekten zuwenden, forderte Weyland – und nicht entferntere Themen aufgreifen. Nahe des Palmengartens könne es neben den studentischen Wohnungen auch eine Schule geben, von der der Grüneburgpark nicht betroffen ist. Insofern werde es Zeit, dass Planungsdezernent Josef „an die Umsetzung geht.“