Frankfurt am Main,
06. September 2017.

Als „gute Gelegenheit“, sich um „eine gedeihliche Zusammenarbeit mit den Kommunen der Metropolregion zu bemühen“, hat Bernadette Weyland am Mittwoch den Wohnungsbau im Frankfurter Nordwesten empfohlen. „Darum muss sich Oberbürgermeister Peter Feldmann eindringlich und ernsthaft bemühen“, sagte die Bewerberin für das Amt des Stadtoberhaupts. Frankfurt täte gut daran, „dem Modell zu folgen“, das die Freiburger vormachten. Dort würden Projekte dieser Größenordnung „im Konsens-Verfahren“ entwickelt. Das sei der richtige Weg, um die Entwicklung eines neuen Baugebiet zum Erfolg zu bringen. Daran möge sich Frankfurt orientieren und sich nicht darum bemühen, Fakten zu schaffen. „So etwas wollen wir“, machte Weyland deutlich: „Vor Ort und unter Beteiligung der Bewohner soll ein Weg für den Bau neuer Wohnungen gefunden werden.“

Überlegungen des Frankfurter Planungsdezernenten Mike Josef (SPD), im Nordwesten der Stadt in Richtung Steinbach und Oberursel von Praunheim und der Nordweststadt aus Wohnungen bauen zu lassen, stießen in den Nachbargemeinden auf wenig Resonanz. Vielmehr fürchteten die Nachbarn, Frankfurt wolle den Bau seiner Sozialwohnungen an den Stadtrand verlegen.

Unseren Nachbarn sollten „wir deutlich machen, dass Frankfurts Stadtregierung keine kommunalpolitische Rückwärtswendung“ in die 70er Jahre wolle. Aus diesem Grund sei es umso mehr „Gebot der Stunde, die Anwohner, die Eigentümer, die Bürger der Region und die Vor-Ort-Politiker etwa in den Ortsbeiräten einzubinden, wenn man über den Wohnungsbau im Nordwesten spreche, hob Weyland hervor. Grundsätzlich warb Weyland dafür, in interkommunalem Zusammenhängen zu denken. Schließlich zeige sich doch am Beispiel der Kultur eindringlich, dass sich viele aktuelle Fragen der Zeit nur mir regionalen Kooperationen und in dem Verständnis der Metropolregion Rhein-Main angehen ließen, setzte Weyland hinzu. Aus diesem Grund trete sie auch für das Projekt einer europäischen Kulturhauptstadt entschlossen ein. Vorbild dafür sei die Stadt Essen im Ruhrgebiet, wo sich vor einigen Jahren 53 benachbarte Kommunen an einem solchen Projekt beteiligt hätten.

„So etwas sollte bei uns auch möglich werden“, warb Weyland. Sie will am 9. Oktober bei einer Diskussion in Frankfurt am Main an der Seite vieler Mitstreiter für diese Idee werben. Kultur sollte sich nun einmal eindrucksvoll zwischen dem Kloster Eberbach, über Frankfurt und Offenbach am Main bis hin zu den Brüdern Grimm in Hanau beispielsweise entfalten. „Wir müssen lernen, uns als Region zu begreifen und uns so zusehen aus der Perspektive von Gästen, die unsere Region von außen betrachten und selbstverständlich als Einheit betrachten“, betonte Weyland.