Ich freue mich immer, wenn Dinge angepackt werden, die im Argen liegen. Bei OB Peter Feldmann reibt man sich allerdings die Augen, was ihm alles so kurz vor der Oberbürgermeisterwahl einfällt. Fünf Jahre hatte er Zeit, aber erst jetzt bemerkt er, wo es brennt. Plötzlich spielt er den Reformer, der dem Magistrat auf die Sprünge hilft.

Da entdeckt er zum Beispiel das Bahnhofsviertel als wichtiges Thema. Ließ er sich bislang darüber aus, wie trendig dieses Quartier sei, irritieren ihn nun – wie aus heiterem Himmel – die Schattenseiten. Bei dem Krisentreffen mit Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) forderte er jetzt zum Beispiel ein Alkoholverbot für den Kaisersack, um wenigstens die Trinkerszene am Tor zur Stadt zu zerstreuen. Die Lösung des Crack-Problems erscheint ihm offenbar zu kompliziert.

Auch dass die Frankfurter Schulen noch immer kein WLAN besitzen, hat er reichlich spät mitbekommen. Schön, dass demnächst ein Pilotprojekt zur Digitalisierung an einigen wenigen ausgewählten Schulen beginnen soll. Aber hätte damit nicht schon längst begonnen werden müssen?