Die Oberbürgermeister-Kandidatin der CDU, Dr. Bernadette Weyland, appelliert angesichts der vorgezogenen Eröffnung einer Integrierten Gesamtschule im Gebäude der Karl-Oppermann-Schule in Unterliederbach eindringlich an das Bildungsdezernat, den Mangel an Grundschulplätzen nicht als zweitrangig zu betrachten und die Elternbeiräte und zuständigen Ortsbeiratsmitglieder besser zu informieren. Die Eltern sorgen sich darum, dass der Mangel an Grundschulplätzen und an Räumen für die Nachmittagsbetreuung der Kinder bald nicht mehr durch zusätzliche Containeranlagen aufgefangen werden kann. Die zwei bestehenden Unterliederbacher Grundschulen, die Karl-von-Ibell-Schule und die Walter-Kolb-Schule, sind mit einer Auslastung von mehr als 110% bzw. 120% bereits jetzt stark überfüllt. Zum Schuljahr 2021/22 droht der Karl-von-Ibell-Schule gar eine Auslastung von 160%. Bereits jetzt stehen Container auf dem Schulhof und es sollen weitere hinzukommen.
Ein Ende von Provisorien und Überauslastung scheint nicht in Sicht. „Die Eltern haben ein Recht darauf ausführlich informiert zu werden und eine Garantie dafür zu erhalten, dass die Versorgung des Stadtteils mit Grundschulplätzen nicht durch solch kurzfristige Umplanungen beeinträchtigt wird“, meint Bernadette Weyland und fügt hinzu: „Es kann nicht sein, dass Elternbeiräte und Mitglieder des Ortsbeirates seit Jahren auf den seit langer Hand geplanten neue Grundschulstandort warten, um dann aus der Zeitung von einer neuen Integrierten Gesamtschule an diesem Standort zu erfahren und vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden. Die Eltern im Stadtteil tragen seit Jahren, z.B. durch die Organisation zusätzlicher Hortplätze über den Ibella-Club, maßgeblich zu einer Verbesserung der Angebote im Stadtteil bei und werden nun bei einer solch zentralen Entscheidung nicht einmal miteinbezogen.“ Dies findet Weyland sehr bedauerlich und wenig wertschätzend.
Bei Gesprächen mit Anwohnerinnen und Anwohnern in Unterliederbach spürt sie eine zunehmende Verärgerung der Bürgerinnen und Bürger:„Es ist den Menschen kaum noch zu vermitteln, dass die Planung von Schulneugründungen nur drei Monate nach der im September 2017 verabschiedeten Fortschreibung des Schulentwicklungsplans schon wieder einer Aktualisierung zu bedürfen scheint, Priorisierungen in Frage gestellt und Zeitpläne verändert werden. Die Vielzahl kurzfristig geplanter Umbauten und Umzüge zwischen verschiedenen Provisorien ist eine große Belastung für die Schulgemeinden. Ein solches Vorgehen ist schwierig für die betroffenen Kinder, verunsichert die Eltern und kostet darüber hinaus den Steuerzahler viel Geld,“ gibt Weyland zu bedenken.
Die Eröffnung einer weiteren IGS ist grundsätzlich notwendig – auch im Hinblick auf die aktuelle Absenkung der Klassenobergrenzen für die binnendifferenziert arbeitenden Integrierten Gesamtschulen. Trotzdem wird gerade deutlich, dass der Bedarf an Grundschulplätzen in Unterliederbach derzeit dringlicher ist und es einer verlässlichen Planung bedarf: „Zu der bereits angespannten Situation kommen in den nächsten Jahren noch einmal 3000 neue Zuzüge durch Wohnbaupotentiale. Hier muss also erst einmal die schulische Grundversorgung im Stadtteil gewährleistet werden“, pflichtet Weyland verärgerten Eltern und besorgten Ortsbeiratsmitgliedern bei.