Planer unterstützt Weylands Vorschlag, Frankfurt und Rhein-Main zur Kulturhauptstadt zu machen

Albert Speer macht sich dafür stark, Frankfurt zur Kulturhauptstadt Europas zu machen. Ein solches Projekt „würde helfen, die umfangreich vorhandenen Qualitäten von Stadt und Region sichtbarer zu machen und die Potenziale zu bündeln“, unterstrich der als Vordenker geltende Stadtplaner. Er griff damit eine Idee von Dr. Bernadette Weyland auf, die Anfang 2018 Oberbürgermeisterin Frankfurts werden will.

Für Albert Speer steht außer Frage, dass Frankfurt am Main als Zentrum der Metropolregion Rhein-Main nach wie vor ein beträchtliches Problem mit seinem Image hat. So würden „Stadt und Region im Zusammenhang mit der Lebensqualität und der Kultur weit unter ihrem Wert angesehen“, hob Speer hervor.

In der gemeinsam mit der Stiftung Polytechnische Gesellschaft verfassten Denkschrift „Frankfurt für alle“ hatte Speer dafür geworben, Frankfurt möge sich als „internationale Bürgerstadt“ der Qualität des Wohnens, des Grüns, der Bildung und der Kultur besinnen, um „sich innovativ und integrativ den Herausforderungen der Gegenwart zu stellen“.

Im Grunde sind damit die Eckdaten benannt, mit denen Bernadette Weyland für eine Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas eintritt, um die Stadt als Zentrum bedeutender kultureller Impulse in Europa zu präsentieren. Damit hätte „Frankfurt die gute Chance, Zugkraft für die Kultur der gesamten Region zu entwickeln“, sagte die Bewerberin für das Amt der Frankfurter Oberbürgermeisterin.

Deutschland ist innerhalb der Europäischen Union 2025 das nächste Mal als „ausrichtendes Land“ der Kulturhauptstadt Europas vorgesehen. Eine Bewerbung müsste bis 2019 Brüssel erreicht haben. Insofern dränge in Frankfurt gegenwärtig die Zeit, sagte Weyland.

Seit 1985 kürt die Europäische Union eine Stadt mit dem Titel „Europäische Kulturhauptstadt“, um unter den Bürgern der Mitgliedsstaaten noch mehr Interesse an kulturellen Ereignissen in diesen Kommunen zu schaffen. Brüssel unterstützt diese Kommunen mit erheblichem Aufwand finanziell, da es sich „synergetische Effekte“ für die Entwicklung beteiligter Regionen verspricht.

Die Initiative „Kulturhauptstadt Europas“ ist mit bedeutenden Zusagen der EU verbunden. Als Beispiel einer solchen Förderung gilt die Stadt Essen, die stellvertretend für 53 Kommunen für das Jahr 2010 als Kulturhauptstadt zum Zuge kam. „Nach diesem Vorbild stelle ich mir das Engagement Frankfurts für die Stadt und die gesamte Region vor“, hob Bernadette Weyland hervor. Nun sei die Stadtregierung am Zuge, um die Bewerbung zu starten.