OB-Bewerberin Weyland wirbt für Anstöße der gesamten Rhein-Main-Region

Frankfurt und die gesamte Rhein-Main-Region zur Kulturhauptstadt Europas machen zu wollen, ist für viele Kulturschaffende in der Metropolregion „eine gute Gelegenheit“, um das Spektrum der Kultur den Menschen noch näher zu bringen und das Ansehen zu fördern. Aus diesem Grund findet der Vorschlag von Bernadette Weyland, Bewerberin für das Amt der Frankfurter Oberbürgermeisterin, gegenwärtig starke Zustimmung unter den Kulturschaffenden. Sie griffen die Idee auf, zeitnah eine entsprechende Bewerbung an die Europäische Union zu richten.

Die Kritik der SPD, der Vorschlag sei ein Affront gegen Kassel, fand Bernadette Weyland am Mittwoch „wenig zielorientiert“. Ihre Idee gehe vielmehr von dem Gedanken aus, dass Kultur immer wieder neue Impulse brauche. Das zeige sich gegenwärtig mit der gerade eben eröffneten „documenta“ in der nordhessischen Stadt, die in der Weltöffentlichkeit viel Aufmerksamkeit bekomme. „Kultur stärkt den integrativen Charakter unserer Heimatstadt für die Menschen und die Region“, sagte Weyland. Dieser Zusammenhang erfasse „die richtige Bedeutung, die eine Bewerbung als europäische Kulturhauptstadt für den gesamten Ballungsraum haben könnte.“

Ein solches Projekt „würde helfen, die umfangreich vorhandenen Qualitäten von Stadt und Region sichtbarer zu machen und die Potenziale zu bündeln“, hatte kürzlich erst auch Albert Speer, Frankfurter Stadtplaner, der Idee Weylands Nachdruck verliehen. Für Speer gibt es keinen Zweifel daran, dass Frankfurt als Zentrum der Metropolregion nach wie vor ein beträchtliches Problem mit seinem Image hat.

Deutschland ist in der EU 2025 das nächste Mal als „ausrichtendes Land“ der Kulturhauptstadt Europas vorgesehen. Eine Bewerbung müsste bis 2019 Brüssel erreicht haben. Insofern dränge in Frankfurt die Zeit, sagte Weyland. Seit 1985 kürt die Gemeinschaft eine Stadt mit dem Titel „Europäische Kulturhauptstadt“, um unter den Bürgern der Mitgliedsstaaten mehr Interesse an kulturellen Ereignissen in diesen Kommunen und diesen Regionen zu schaffen.

Die Initiative „Kulturhauptstadt Europas“ ist mit bedeutenden Zusagen der EU verbunden. Als Beispiel einer solchen Förderung gilt die Stadt Essen, die stellvertretend für 53 Kommunen zum Zuge kam. Damit hätte „Frankfurt gemeinsam mit dem Ballungsraum die gute Chance, Zugkraft für die Kultur der gesamten Region zu entwickeln“, sagte Weyland. Diese Folgerung, dass es unbedingt auf den Zusammenhalt einer Metropolregion ankomme, habe man doch mit der Gründung des Kulturfonds ausdrücklich gezogen.