Schade, dass die Europäische Bankenaufsicht nicht nach Frankfurt kommen wird. Ich bin überzeugt, dass diese Institution, die Grundregeln für die Kontrolle der Banken entwickelt, die ideale Ergänzung für die Europäische Zentralbank in unserer Stadt gewesen wäre. An Unterstützung durch Bund und Land hat es nicht gefehlt. Aber offenbar waren für die EU-Mitglieder nicht Sachargumente, sondern politische Erwägungen entscheidend. Paris hatte diesmal eine größere Lobby.

Wir erwarten, dass durch den Brexit etliche Banken von London an den Main ziehen. Doch das ist kein Selbstläufer. Der Finanzplatz Frankfurt hat in Europa Konkurrenz, vor allem durch Paris. Wir dürfen nicht stillstehen. Es gibt keinen Grund für Pessimismus. Aber genauso wenig können wir uns Selbstzufriedenheit leisten.

Die Stellung als führender Finanzplatz auf dem Kontinent zu verteidigen, erfordert harte Arbeit und eine Strategie, die über die Tagespolitik hinausreicht. Auch weiche Standortfaktoren, wie ein anregendes kulturelles Umfeld und eine intelligente Stadtplanung sind wichtig, wenn wir uns gegenüber den Mitbewerbern im Ausland behaupten wollen. Als Oberbürgermeisterin will ich ein Klima schaffen, dass wir auch in Zukunft für die Wirtschaft die erste Adresse bleiben.