Die FAZ hat am Samstag auf ihrer Seite Drei eine kritische Reportage zur Situation im Frankfurter Bahnhofsviertel veröffentlicht. Das Fazit von Autorin Katharina Iskandar klingt alarmierend. „Die neue Drogenszene ist gut organisiert, tritt aggressiv auf und verdient viel Geld.“ Das lasse sich im Bahnhofsviertel besichtigen. „Die Frankfurter Polizei redet nicht mehr um den heißen Brei herum: Es ist auch Folge unkontrollierter Einwanderung.“

Ich finde es deprimierend, dass ausgerechnet dieses bunte Viertel, das in den vergangenen Jahren mit seiner Mischung aus kreativer Gastronomie, Wohnen und Arbeiten so viele positive Schlagzeilen gemacht hat, wieder zu kippen droht. Es schien lange so, als ob die großen Anstrengungen von Stadt und Polizei, das Viertel zu befrieden, Erfolg gehabt hätten. Längst wurde es nicht mehr allein durch den Rotlicht-Bezirk definiert.

Doch die ermutigende Entwicklung ist akut gefährdet. Wir müssen das Leben dort wieder sicherer machen. Wegzuschauen ist keine Lösung. Wir brauchen durchdachte Konzepte, um die neue, von Crackdealern bestimmte Drogenszene in den Griff zu bekommen. Denkverbote darf es nicht geben. Wir müssen an den Ecken, wo sich die Kriminalität bündelt, noch präsenter sein. Sonst ist das Bahnhofsviertel bald nicht mehr ein „Place to be“, über den sogar die New York Times berichtet.